Peru - Das Land

Peru ist das drittgrößte Land Südamerikas und besitzt eine der vielfältigsten Landschaften weltweit.

Im gesamten Westen des Landes findet man überwiegend eine Wüstenregion vor die direkt an die Pazifküste liegt. Im Süden an der Grenze zu Chile geht diese Wüstenregion in die trockenste Wüste der Welt über - die Atacamawüste.

Direkt an die Wüste grenzt das längste (oberhalb des Meeresspiegels) und höchste außerhalb Asiens liegende Gebirge der Welt - die Anden. Diese Gebirgskette durchzieht Peru komplett von Nord nach Süd und erreicht eine Breite von über 600 km und mit dem Berg Nevado Huascarán eine Höhe von 6.768m. Dieser ist zugleich der fünfthöchste Berg Südamerikas. Diese Gebirgslandschaft trennt die Küsten- und Wüstenregion von dem tropischen Amazonasgebiet im Osten und Nordosten des Landes.

 

Beeindruckend ist auch die vielfältige Flora und Fauna des Landes. Es gibt über 1.800 Vogelarten (mehr als in Europa und Nordamerika zusammen), damit ist Peru das Land mit der größten Diversität an Vögeln weltweit. In Peru entspringen die Quellflüsse des Amazonas, einer davon ist der Río Urubamba, der auch als der "heilige Fluss" bekannt ist und fließt an alten bekannten Inka Ruinen wie Machu Picchu vorbei. Weiterhin befindet sich in Peru der Titcacasee, der das weltweit höchste schiffbare Gewässer darstellt und auf einer Höhe von 3.812 km liegt.

 

Kulturell ist Peru ebenso vielfältig und bunt wie auch Flora und Fauna des Landes. Mittlerweile leben ca. 32,1 Mio Menschen in Peru; 1950 waren es zum Vergleich nur ca. 7,7 Mio. Ein Großteil lebt an der Armutsgrenze oder sogar deutlich darunter. Die überwiegende Bevölkerung ist römisch-katholisch. Fast 84% der Bevölkerung spricht Spanisch als Muttersprache, an zweiter und dritter Stelle stehen die indigenen Sprachen Quechua (13,8%) und Aimara (1,8%).

Die wohl bekanntesten indigenen Kulturen Perus sind die der Inkas und Chachapoyas. Auch die Nazca-Kultur dürfte vielen ein Begriff darstellen, von ihnen stammen die weltbekannten Nazca-Linien.

Durch die alten Völker und durch den spanischen Einfluss gibt es eine Vielzahl an Festen und Traditionen über ganz Peru verstreut. Man hat zu fast jeder Reisezeit die Gelegenheit eines dieser Feste mitzuerleben. Diese Feste sind meist mit bunten Kostümen und vielen  traditionellen Tänzen verbunden.

 

Die Infrastruktur von Peru reicht von sehr gut bis kaum vorhanden. Hier kommt es vorallem auf die örtlichen landschaftlichen Bedingungen an und ob eine größere Stadt in der Umgebung ist. Die mit am besten ausgebaute Straße ist die berühmte Panamericana die fast ausschließlich an der Pazifikküste Peru entlang verläuft. Vor allem die Straßen am und im Gebirge sowie im Dschungelgebiet sind teilweise nur zur Trockenzeit befahrbar. Dennoch sind viele dieser auch während der Trockenzeit durchaus sehr gefährlich, es kommt vor allem in den Gebirgsregionen zu Steinschlägen oder Erdrutschen wo komplette Straßenzüge verschwinden. Oft sind diese auch nur eine knappe Autobreite groß, können aber beidseitig befahren werden. Dies stellt dann ein recht großes Problem dar, aufgrund der geringen Straßenbreite ist auch ein Umdrehen kaum bis gar nicht möglich. Es kommt sehr häufig vor, dass Autos, Busse oder LKWs die Hänge hinabstürzen. Allgemein ist der in Peru herrschende Straßenverkehr, im Gegensatz zu unserem, sehr gefährlich und man sollte immer mit größter Vorsicht unterwegs sein.

Die Infrastruktur des Flugverkehrs ist sehr gut ausgebaut. Die Passagierzahlen steigen Jahr für Jahr und auch die Airlines wachsen dadurch recht schnell. Dies hat auch zur Folge, dass die Sicherheit der Airlines zunimmt. Die meisten fliegen mit Flugzeugen der renommierten Hersteller Airbus, Bombardier, Boeing und Embraer, die allesamt für ihre sicheren Flugzeuge bekannt sind. Dennoch kommt es gerade bei kleineren Gesellschaften mit eher sehr alten Flugzeugen häufiger zu Zwischenfällen, als es bei uns der Fall ist. Man kann jedoch guten Gewissens zu Flugreisen innerhalb des Landes raten, da die Gefahr deutlich geringer ist als mit dem Auto/Bus.

Auch mit der Bahnverkehr ist einer der sichereren Fortbewegungsmöglichkeiten im Land, zu gleich auch der teuerste aber auch der abwechslungsreichste was die Landschaft angeht.

In manchen Regionen Perus kommt man ausschließlich mit dem Flugzeug oder dem Boot vorwärts. So zum Beispeil bei einem Besuch der Stadt Iquitos, hier gibt es keinen Landweg in die Dschungelstadt.

 

In Peru kommt es des öfteren zu politischen Unruhen. Meistens verlaufen diese jedoch für Touristen unproblematisch ab. Dies war nicht immer so, bis Anfang der 1990er hatte Peru eine der schlimmsten Menschenrechts-Bilanzen Lateinamerikas. Damals wurde das Land seitens der Regierung so stark erhuntergewirtschaftet, dass nicht einmal das Militär das Land übernehmen wollte. Jedoch griff das Militär äußerst brutal durch, sodas zwischen 1980 und 1990 über 12.000 Tote und 3.000 "verschwundene" zu beklagen waren. Im Vergleich zu dieser Zeit ist das Land nun um einiges stabiler geworden. Allerdings sollte man auch heute noch auf den Seiten des Auswärtigen Amtes vor der Reise nachschauen.

Am wichtigsten ist allerdings, sich aus den Drogenschmuggelgebieten fern zu halten. Hier ist es gerade ohne Einheimischen Führer für Touristen lebensgefährlich sich aufzuhalten. Auch sind die Polizisten meistens sehr korrupt was einen langen Gefängnisaufenthalt nach sich ziehen kann. Die Gefängnisse entsprechen bei weitem nicht den Standards die man aus deutschen Vollzugsanstalten kennt. Außerdem kann es Wochen oder gar Monate dauern bis man einen Anwalt oder die Angehörigen über die Situation informieren kann. Aus diesem Grund ist es immer ratsam auch außerhalb dieser Drogenschmuggelgebieten niemanden Zugriff auf seine Koffer, Rucksäcke oder sonstige Taschen zu gewähren. Auch unlizensierte Taxis sollte man unter keinen Umständen nutzen, es kommt leider sehr häufig vor, dass die Taxifahrer zu organisierten Räuberbanden gehören und die Touristen in uneinsichtige Ecken fahren um sie dann mit anderen Mitgliedern auszurauben. Nicht selten können solche Situationen auch tödlich enden. Es ist immer ratsam über ein Hotel, Restaurant oder dem Flughafeninfoschaltern sich ein Taxi zu bestellen und sich die Taxifahrerlizenz und Unternehmenslizenz vorzeigen zu lassen.

Vor jedem Flug und passieren der Sicherheitskontrolle sollte man unbedingt sein Gepäck nochmals auf Drogen oder sonstigen verbotenen Dingen durchsuchen, vor allem wenn man sich nicht sicher ist, ob jemand an das Gepäck vorher ran konnte oder nicht. Es gibt auf den Toiletten Möglichkeiten illegale Gegenstände oder Substanzen loszuwerden. Wenn solche Dinge an der Kontrollstelle gefunden werden, dann wird dieses in jedem Falle mit einem Gefängnisaufenthalt erst einmal enden.

 

Alles in allem ist Peru jedoch mehr als sehenswert und wenn man sich an die dortigen Gegebenheiten anpasst und die Sicherheitshinweise beachtet, dann steht einer eindrucksvollen und unvergesslichen Reise nichts im Weg.